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Am Tage der Freundschaftsfeier

Description:  Poem by Friedrich Hölderlin
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deutsch
  
ISBN: 3423050012   ISBN: 3423050012   ISBN: 3423050012   ISBN: 3423050012 
 
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Am Tage der Freundschaftsfeier


Ihr Freunde! mein Wunsch ist Helden zu singen,
Meiner Harfe erster Laut,
Glaubt es, ihr Freunde!
Durchschleich' ich schon so stille mein Tal,
Flammt schon mein Auge nicht feuriger,
Meiner Harfe erster Laut
War Kriegergeschrei und Schlachtengetümmel.

Ich sah, Brüder! ich sah
Im Schlachtengetümmel das Roß
Auf röchelnden Leichnamen stolpern,
Und zuken am sprudelnden Rumpf
Den grausen gespaltenen Schädel,
Und blizen und treffen das rauchende Schwerd,
Und dampfen und schmettern die Donnergeschüze,
Und Reuter hin auf Lanzen gebeugt
Mit grimmiger Miene Reuter sich stürzen
Und unbeweglich, wie eherne Mauren
Mit furchtbarer Stille
Und Todverhöhnender Ruhe
Den Reutern entgegen sich streken die Lanzen.

Ich sah, Brüder! ich sah
Des kriegrischen Suezias eiserne Söhne
Geschlagen von Pultawas wütender Schlacht.
Kein wehe! sprachen die Krieger,
Von den blutiggebißnen Lippen
Ertönte kein Lebewohl -
Verstummet standen sie da
In wilder Verzweiflung da
Und blikten es an das rauchende Schwerd
Und schwangen es höher das rauchende Schwerd,
Und zielten - und zielten -
Und stießen es sich bitterlächelnd
In die wilde braußende Brust.

Noch vieles will ich sehen,
Ha! vieles noch! vieles noch!
Noch sehen Gustavs Schwerdschlag
Noch sehen Eugenius Siegerfaust.

Doch möcht ich, Brüder! zuvor
In euren Armen ausruh'n,
Dann schweb' ich wieder mutiger auf,
Zu sehen Gustavs Schwerdschlag,
Zu sehen Eugenius Siegerfaust.

Willkommen, du! -
Und du! - Wilkommen!
Wir drei sinds?
Nun! so schließet die Halle.
Ihr staunt, mit Rosen bestreut
Die Tische zu sehen, und Weirauch
Am Fenster dampfend,
Und meine Laren -
Den Schatten meiner Stella,
Und Klopstoks Bild und Wielands, -
Mit Blumen umhängt zu sehen.

Ich wolt' in meiner Halle Chöre versammeln
Von singenden rosichten Mädchen
Und kränzetragenden blühenden Knaben,
Und euch empfangen mit Saitenspiel,
Und Flötenklang, und Hörnern, und Hoboen.

Doch - schwur ich nicht, ihr Freunde
Am Mahle bei unsers Fürsten Fest,
Nur Einen Tag mit Saitenspiel
Und Flötenklang, und Hörnern und Hoboen,
Mit Chören von singenden rosichten Mädchen,
Und kränzetragenden blühenden Knaben
Nur einen Tag zu feiren?

Den Tag, an dem ein Weiser
Und biedere Jünglinge,
Und deutsche Mädchen
Zu meiner Harfe sprächen,
Du tönst uns Harfe lieblich ins Ohr,
Und hauchst uns Edelmuth,
Und hauchst uns Sanftmuth in die Seele.

Aber heute, Brüder!
O, kommt in meine Arme!
Wir feiern das Fest
Der Freundschaft heute.

Als jüngst zum erstenmal wieder
Der Mäher des Morgens die Wiese
Entkleidete, und der Heugeruch
Jezt wieder zum erstenmal
Durchdüftete mein Tal:

Da war es Brüder!
O da war es!
Da schlossen wir unsern Bund
Den schönen, seeligen, ewigen Bund.

Ihr hörtet so oft mich sprechen,
Wie lang' es mir werde
Bei diesem Geschlechte zu wohnen,
Ihr sahet den Lebensmüden
In den Stunden seiner Klage so oft.

Da stürmt' ich hinaus in den Sturm
Da sah' ich aus der vorüberjagenden Wolke
Die Helden der eisernen Tage herunterschau'n.
Da rief' ich den Nahmen der Helden
In des hohlen Felsen finstres Geklüft,
Und siehe! der Helden Nahmen
Rief ernster mir zurük
Des hohlen Felsen finstres Geklüft.

Da stolpert' ich hin auf dornigten Trümmern
Und drang durchs Schlehengebüsch in den alternden Turm
Und lehnte mich hin an die schwärzliche Wände
Und sprach mit schwärmendem Auge an ihm hinauf:

Ihr Reste der Vorzeit!
Euch hat ein nervigter Arm gebaut,
Sonst hätte der Sturm die Wände gespalten
Der Winter den moosigten Wipfel gebeugt;
Da solten Greise um sich
Die Knaben und Mädchen versammlen
Und küssen die moosigte Schwelle,
Und sprechen - seid wie eure Väter!
Aber an euren steinernen Wänden
Rauschet dorrendes Gras herab,
In euren Wölbungen hangt
Zerrißnes Spinnengewebe -
Warum, ihr Reste der Vorzeit
Den Fäusten des Sturmes trozen, den Zähnen des Winters.

O Brüder! Brüder!
Da weinte der Schwärmer blutige Tränen,
Auf die Disteln des Turmes,
Daß er vieleicht noch lange
Verweilen müsse unter diesem Geschlechte,
Da sah' er all' die Schande
Der weichlichen Teutonssöhne,
Und fluchte dem verderblichen Ausland,
Und fluchte den verdorbnen Affen des Auslands,
Und weinte blutige Tränen,
Daß er vieleicht noch lange
Verweilen müsse unter diesem Geschlechte.

Doch siehe es kam
Der seelige Tag -
O Brüder in meine Arme! -
O Brüder, da schlossen wir unsern Bund,
Den schönen, seeligen, ewigen Bund.

Da fand ich Herzen, -
Brüder in meine Arme! -
Da fand ich eure Herzen.

Jezt wohn' ich gerne
Unter diesem Geschlechte,
Jezt werde der Thoren
Immer mehr! immer mehr!
Ich habe eure Herzen.

Und nun - ich dachte bei mir
An jenem Tage,
Wann zum erstenmal wieder
Des Schnitters Sichel
Durch die goldene Ähren rauscht;
So feir' ich ihn, den seeligen Tag.

Und nun - es rauschet zum erstenmal wieder
Des Schnitters Sichel durch die goldene Saat,
Jezt laßt uns feiren,
Laßt uns feiren
In meiner Halle den seeligen Tag.

Es warten jezt in euren Armen
Der Freuden so viel' auf mich,l
O Brüder! Brüder!
Der edlen Freuden so viel.

Und hab' ich dann ausgeruht
In euren Armen,
So schweb' ich mutiger auf,
Zu schauen Gustavs Schwerdschlag
Zu schauen Eugenius Siegerfaust.

  
Bürgerliches Gesetzbuch BGB: mit Allgemeinem Gleichbehandlungsgesetz, BeurkundungsG, BGB-Informationspflichten-Verordnung, Einführungsgesetz, ... Rechtsstand: 1. August 2012
Siehe auch:
Handelsgesetzbuch HGB: ohne Seehandelsrecht, mit …
Strafgesetzbuch StGB: mit Einführungsgesetz, …
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Arbeitsgesetze
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