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An Stella

Beschreibung:  Ein Gedicht von Friedrich Hölderlin
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An Stella


Du gute Stella! wähnest du mich beglükt,
Wann ich im Thale still und verlassen, und
Von dir vergessen wandle, wann in
Flüchtigen Freuden dein Leben hinhüpft?

Schon oft, wenn meine Brüder, die Glükliche
So harmlos schliefen, blikt ich hinauf, und fragt
Im Geiste, ob ich glüklich seie -
Bin ich ein glüklicher Jüngling, Stella?

Es streut der Schöpfer seeliges Lächeln oft
In meine Tage, giebt mir der heiligen
Empfindungen, der Freuden recht zu
Handeln so viele, der gute Schöpfer:

Doch giebt es Wünsche, denen der Spötter höhnt -
O Stella! du nicht! höhne dem Armen nicht! -
Giebt unerfülte Wünsche -- Tugend,
Hehre Gefährtin! du kennst die Wünsche.

Ach laß mich weinen! - nein! ich will heiter sein!
Ist ja ein Ort, wo nimmer gewünscht wird, wo
Der Sterbliche sein Schiksaal preiset, -
Dort ist es, wo ich dich wiedersehe.

Und stürb' ich erst mit grauem gebeugtem Haupt
Nach langem Sehnen, endlich erlößt zu sein,
Und sähe dich als Pilger nimmer,
Stella! so seh' ich dich jenseits wieder.

  
Erläuterungen und Dokumente zu Friedrich Hölderlin: 10 Gedichte
von Uwe Beyer
Siehe auch:
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»Und voll mit wilden Rosen«: 33 Gedichte...
Friedrich Hölderlin.
Erläuterungen und Dokumente, Friedrich Hö...
Gesammelte Werke
 
   
 
     

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