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Der Abschied
Trennen wollten wir uns? wähnten es gut und klug? Da wirs thaten, warum schrökte, wie Mord, die That? Ach! wir kennen uns wenig, Denn es waltet ein Gott in uns.
Den verrathen? ach ihn, welcher uns alles erst, Sinn und Leben erschuff, ihn, den beseelenden Schuzgott unserer Liebe, Diß, diß Eine vermag ich nicht.
Aber anderen Fehl denket der Weltsinn sich, Andern ehernen Dienst übt er und anders Recht, Und es listet die Seele Tag für Tag der Gebrauch uns ab.
Wohl! ich wußt' es zuvor. Seit die gewurzelte Ungestalte die Furcht Götter und Menschen trennt, Muß, mit Blut sie zu sühnen, Muß der Liebenden Herz vergehn.
Laß mich schweigen! o laß nimmer von nun an mich Dieses Tödtliche sehn, daß ich im Frieden doch Hin ins Einsame ziehe, Und noch unser der Abschied sei!
Reich die Schaale mir selbst, daß ich des rettenden Heilgen Giftes genug, daß ich des Lethetranks Mit dir trinke, daß alles Haß und Liebe vergessen sei!
Hingehn will ich. Vieleicht seh' ich in langer Zeit Diotima! dich hier. Aber verblutet ist Dann das Wünschen und friedlich Gleich den Seeligen, fremde gehn
Wir umher, ein Gespräch führet uns ab und auf, Sinnend, zögernd, doch izt mahnt die Vergessenen Hier die Stelle des Abschieds, Es erwarmet ein Herz in uns,
Staunend seh' ich dich an, Stimmen und süßen Sang, Wie aus voriger Zeit hör' ich und Saitenspiel, Und die Lilie duftet Golden über dem Bach uns auf.
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