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Die Ehrsucht

Beschreibung:  Ein Gedicht von Friedrich Hölderlin
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ISBN: 3150160618   ISBN: 3150160618   ISBN: 3150160618   ISBN: 3150160618 
 
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Die Ehrsucht


Groser Nahme! - Millionenherzen
Lokt ins Elend der Sirenenton
Tausend Schwächen wimmern, tausend Schmerzen
Um der Ehrsucht eitlen Flittertron.

Seine schwarze, blutbeflekte Hände
Dünken dem Erobrer götlichschön -
Schwache morden scheint ihm keine Sünde,
Und er jauchzt auf seine Trümmer hin.

Um wie Könige zu pralen, schänden
Kleinre Wütriche ihr armes Land;
Und um feile Ordensbänder wenden
Räthe sich das Ruder aus der Hand.

Pfaffen spiegeln um Apostelehre
Ihren Narren schwarze Wunder vor
Um Mariasehre krächzen Nonnenchöre
Wahnsinn zum Marienbild empor.

Graue Sünder donnern, ihre Blöße
Wegzudonnern, rauh die Unschuld an;
Gott zu leugnen hält so oft für Größe,
Hält für Größe noch so oft - ein Mann.

Göttin in des Buben Mund zu heißen,
Giebt das Mädchen ihren Reiz zum Sold;
Mitzurasen in Verführerkraisen,
Wird der Bube früh ein Trunkenbold.

Doch es sträubet sich des Jünglings Rechte,
Länger sing' ich von den Thoren nicht.
Wisse! schwaches, niedriges Geschlechte!
Nahe steht der Narr am Bösewicht.

  
Erläuterungen und Dokumente zu Friedrich Hölderlin: 10 Gedichte
von Uwe Beyer
Siehe auch:
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Friedrich Hölderlin.
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Gesammelte Werke
 
   
 
     

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