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Hymne an die Schönheit

Description:  Poem by Friedrich Hölderlin
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deutsch
  
ISBN: 3423050012   ISBN: 3423050012   ISBN: 3423050012   ISBN: 3423050012 
 
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Hymne an die Schönheit



Hat vor aller Götter Ohren
Zauberische Muse! dir
Treue bis zu Orkus Thoren
Meine Seele nicht geschworen?
Lachte nicht dein Auge mir?
Ha! so wall' ich ohne Beben,
Durch die Liebe froh und kün,
Zu den ernsten Höhen hin,
Wo in ewig jungem Leben
Kränze für den Sänger blüh'n.

Waltend über Orionen,
Wo der Pole Klang verhallt,
Lacht vollendeter Dämonen
Priesterlichen Dienst zu lohnen,
Schönheit in der Urgestalt;
Dort im Glanze mich zu sonnen,
Dort der Schöpferin zu nah'n,
Flammet stolzer Wunsch mich an,
Denn mit hohen Siegeswonnen
Lohnet sie die küne Bahn.

Reinere Begeisterungen
Trinkt die freie Seele schon;
Meines Lebens Peinigungen
Hat die neue Lust verschlungen,
Nacht und Wolke sind entfloh'n;
Wenn im schrekenden Gerichte
Schnell der Welten Axe bricht
Hier erblaicht die Freude nicht,
Wo von ihrem Angesichte
Lieb' und stille Größe spricht.

Stiegst du so zur Erde nieder,
Königin im Lichtgewand'!
Ha! der Staub erwachte wieder,
Und des Kummers morsch Gefieder
Schwänge sich in's Jubelland;
Durch der Liebe Blik genesen
Freut' und küßte brüderlich
Groll und wilder Hader sich;
Jubelnd fühlten alle Wesen
Auf erhöhter Stuffe dich.

Schon im grünen Erdenrunde
Schmekt' ich hohen Vorgenuß;
Bebend dir am Göttermunde,
Trank ich früh der Weihestunde
Süßen mütterlichen Kuß;
Fremde meinem Kindersinne
Folgte mir zu Wies' und Wald
Die arkadische Gestalt
Ha! und staunend ward ich inne
Ihres Zaubers Allgewalt.

In den Tiefen und den Höhen
Ihrer Tochter, der Natur,
Fand ich, Wonne zu erspähen
Von der Holdin ausersehen,
Rein und trunken ihre Spur;
Wo das Thal der Tannenhügel
Freundlich in die Arme schloß,
Wo die Quelle niederfloß
In dem blauen Wasserspiegel,
Fühlt' ich seelig mich und groß.

Lächle, Grazie der Wange!
Götterauge, rein und mild!
Leihe, daß er leb' und prange
Deinen Adel dem Gesange,
Meiner Antiphile Bild.
Mutter! dich erspäht der Söhne
Küne Liebe fern und nah;
Schon im holden Schleier sah,
Schon in Antiphilens Schöne
Kannt' ich dich, Urania!

Siehe! mild, wie du, erlaben
Sinn und Herz dem Endlichen,
Über Preis und Lohn erhaben,
Deiner Priester Wundergaben,
Deiner Söhne Schöpfungen;
Ha! mit tausend Huldigungen
Glühend, wie sich Jachus freut,
Kost' ich eurer Göttlichkeit,
Söhne der Begeisterungen!
Kost' und jauchze Trunkenheit.

Schaar, zu künem Ziel' erkoren!
Still und mächtig Priestertum!
Lieblinge! von euch beschworen,
Blüht im Kreise güldner Horen,
Wo ihr wallt, Elysium;
O! so lindert, ihr Geweihten!
Der gedrükten Brüder Last!
Seid der Tyrannei verhaßt!
Kostet eurer Seeligkeiten!
Darbet, wo der Schmeichler praßt!

Ha! die schönsten Keim' entfalten
In der Priester Dienste sich;
Freuden, welche nie veralten,
Lächeln, wo die Götter walten
Diese Freuden ahndet' ich!
Hier im Glanze mich zu sonnen,
Hier der Schöpferin zu nah'n,
Flammte stolzer Wunsch mich an,
Und mit hohen Siegeswonnen
Lohnet sie die küne Bahn.

Feiert, wie an Hochaltären
Dieser Geister lichte Schaar,
Brüder! bringt der Liebe Zähren,
Bringt, die Göttliche zu ehren,
Muth und That zum Opfer dar!
Huldiget! von diesem Trone
Donnert ewig kein Gericht,
Ihres Reiches süße Pflicht
Kündet sie im Muttertone
Hört! die Götterstimme spricht:

»Mahnt im seeligen Genieße,
Mahnet nicht, am Innern sie
Nachzubilden, jede süße
Stelle meiner Paradiese,
Jede Weltenharmonie?
Mein ist, wem des Bildes Adel
Zauberisch das Herz verschönt,
Daß er niedre Gier verhöhnt,
Und im Leben ohne Tadel
Reine Götterlust ersehnt.

Was im eisernen Gebiete
Mühsam das Gesez erzwingt,
Reift, wie Hesperidenblüthe,
Schnell zu wandelloser Güte,
So mein Stral an's Innre dringt;
Knechte, vom Gesez gedungen,
Heischen ihrer Mühe Lohn;
Meiner Gottheit großen Sohn
Lohnt der treuen Huldigungen,
Lohnt der Liebe Wonne schon.

Rein, wie diese Sterne klingen,
Wie melodisch himmelwärts
Auf der künen Freude Schwingen
Süße Preisgesänge dringen,
Naht sich mir des Sohnes Herz:
Schöner blüht der Liebe Rose!
Ewig ist die Klage stumm!
Aus des Geistes Heiligtum',
Und, Natur! in deinem Schoose
Lächelt ihm Elysium.«

  
Bürgerliches Gesetzbuch BGB: mit Allgemeinem Gleichbehandlungsgesetz, BeurkundungsG, BGB-Informationspflichten-Verordnung, Einführungsgesetz, ... Rechtsstand: 1. August 2012
Siehe auch:
Handelsgesetzbuch HGB: ohne Seehandelsrecht, mit …
Strafgesetzbuch StGB: mit Einführungsgesetz, …
Grundgesetz GG: Menschenrechtskonvention, …
Arbeitsgesetze
Basistexte Öffentliches Recht: Rechtsstand: 1. …
Aktiengesetz · GmbH-Gesetz: mit …
 
   
 
     

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