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Burg Tübingen

Description:  Poem by Friedrich Hölderlin
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deutsch
  
ISBN: 3423050012   ISBN: 3423050012   ISBN: 3423050012   ISBN: 3423050012 
 
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Burg Tübingen


Still und öde steht der Väter Veste,
Schwarz und moosbewachsen Pfort' und Turm,
Durch der Felsenwände trübe Reste
Saußt um Mitternacht der Wintersturm,
Dieser schaurigen Gemache Trümmer
Heischen sich umsonst ein Siegesmaal
Und des Schlachtgeräthes Heiligtümer
Schlummern Todesschlaf im Waffensaal.

Hier ertönen keine Festgesänge
Lobzupreisen Manas Heldenland
Keine Fahne weht im Siegsgepränge
Hochgehoben in des Kriegers Hand,
Keine Rosse wiehern in den Thoren
Bis die Edeln zum Turniere nah'n
Keine Doggen, treu, und auserkoren
Schmiegen sich den blanken Panzern an.

Bei des Hiefhorns schallendem Getöne
Zieht kein Fräulein in der Hirsche Thal,
Siegesdürstend gürten keine Söhne
Um die Lenden ihrer Väter Stahl,
Keine Mütter jauchzen von der Zinne
Ob der Knaben stolzer Wiederkehr,
Und den ersten Kuß verschämter Minne
Weihn der Narbe keine Bräute mer.

Aber schaurige Begeisterungen
Wekt die Riesin in des Enkels Brust
Sänge, die der Väter Mund gesungen
Zeugt der Wehmuth zauberische Lust,
Ferne von dem thörigen Gewühle,
Von dem Stolze der Gefallenen,
Dämmern niegeahndete Gefüle
In der Seele des Begeisterten.

Hier im Schatten grauer Felsenwände,
Von des Städters Bliken unentweiht,
Knüpfe Freundschaft deutsche Biederhände
Schwöre Liebe für die Ewigkeit,
Hier wo Heldenschatten niederrauschen
Traufe Vaterseegen auf den Sohn
Wo den Lieblingen die Geister lauschen
Spreche Freiheit den Tyrannen Hohn!

Hier verweine die verschloßne Zähre
Wer umsonst nach Menschenfreude ringt
Wen die Krone nicht der Bardenehre
Nicht des Liebchens Schwanenarm umschlingt,
Wer von Zweifeln one Rast gequälet,
Von des Irrtums peinigendem Loos,
Schlummerlose Mitternächte zählet,
Komme zu genesen in der Ruhe Schoos.

Aber wer des Bruders Fehle rüget
Mit der Schlangenzunge losem Spott
Wem für Adeltaten Gold genüget
Sei er Sclave oder Erdengott
Er entweihe nicht die heilge Reste
Die der Väter stolzer Fuß betratt,
Oder walle zitternd zu der Veste
Abzuschwören da der Schande Pfad.

Denn der Heldenkinder Herz zu stählen
Atmet Freiheit hier und Männermuth
In der Halle weilen Väterseelen
Sich zu freuen ob Thuiskons Blut,
Aber ha! den Spöttern und Tyrannen
Weht Entsezen ihr Verdammerspruch
Rache dräuend jagt er sie von dannen
Des Gewissens fürchterlicher Fluch.

Wohl mir! daß ich süßen Ernstes scheide,
Daß die Harfe schrekenlos ertönt
Daß ein Herz mir schlägt für Menschenfreude
Daß die Lippe nicht der Einfalt höhnt.
Süßen Ernstes will ich wiederkehren
Einzutrinken freien Männermuth
Bis umschimmert von den Geisterheeren
In Walhallas Schoos die Seele ruht.

  
Bürgerliches Gesetzbuch BGB: mit Allgemeinem Gleichbehandlungsgesetz, BeurkundungsG, BGB-Informationspflichten-Verordnung, Einführungsgesetz, ... Rechtsstand: 1. August 2012
Siehe auch:
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Strafgesetzbuch StGB: mit Einführungsgesetz, …
Grundgesetz GG: Menschenrechtskonvention, …
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Basistexte Öffentliches Recht: Rechtsstand: 1. …
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